SPENDEN

Auszeichnung für Kiriat Yearim

Nach Schweizer Modell zum Erfolg

Am Jahreskongress des Öffentlichen Forums der Kinderdörfer und Internate in Israel wird der Verein Kiriat Yearim Schweiz für seinen Einsatz zugunsten benachteiligter Kinder und Jugendlicher mit einem Diplom geehrt.

Schon zum zweiten Mal innert kürzester Zeit wird dem Schweizer Kinderdorf Kiriat Yearim in Israel öffentliche Anerkennung zuteil. Zuerst war es der herausragende Platz im israelischen Schulranking, der Anlass zu Stolz und Freude bot. Und nun ist es die Auszeichnung, die das Öffentliche Forum der Kinderdörfer und Internate, eine vom israelischen Philanthropen Avi Naor gegründete Lobby-Organisation, dem Verein Kiriat Yearim Schweiz für seinen Einsatz zugunsten sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher zukommen liess. Die Übergabe der Ehrenurkunde an Dr. Victor Weiss, Projektleiter von Kiriat Yearim Schweiz in Israel, mit persönlichem Dank für seinen unermüdlichen Einsatz fand anlässlich des Jahreskongresses der Organisation statt, die Öffentlichkeitsarbeit betreibt und sich für die Anliegen jener Jugendlichen starkmacht, für die die Unterbringung in einem Kinderdorf oder Internat oft die letzte Chance zu schulischer Ausbildung und gesellschaftlicher Integration darstellt.

Passend zu dieser Ehrung konnte der Schweizer Botschafter in Israel, S.E. Jean-Daniel Ruch, als Hauptredner des Anlasses gewonnen werden. Das Thema seiner Ansprache lautete: „Berufausbildung – ein Schlüsselrezept für den wirtschaftlichen Erfolg der Schweiz“. Darin führte der Botschafter aus, worin die Besonderheiten des schweizerischen Berufsausbildungssystems (BAS) bestehen und welchen Einfluss sie auf die wirtschaftliche Prosperität der Schweiz haben. Anders als in vielen anderen Ländern und anders auch als in Israel besuchen 7 von 10 jungen Schweizerinnen und Schweizern keine Mittelschule mit abschliessendem Abitur, sondern absolvieren eine Berufslehre, die ihnen praktische Berufserfahrung vermittelt und nach erfolgreichem Abschluss immer noch den Zugang zu einer Mittel- und Hochschulausbildung ermöglicht. An einem konkreten Beispiel aus der eigenen Familie zeigte Jean-Daniel Ruch auf, wie erfolgreich eine Karriere verlaufen kann, die mit einer Berufslehre beginnt und über die Maturität für Erwachsene zu einem Universitätsstudium und der Gründung einer eigenen Firma führt.

Dass dieses Erfolgsmodell auch für Israel sinnvoll sein könnte, lässt sich am Beispiel des Schweizer Kinderdorfes Kiriat Yearim trefflich zeigen. Seit fünf Jahren kommt dort das Projekt „Heznek Le Atid“ (Start in die Zukunft) zur Anwendung: eine dreijährige Berufsanlehre, ähnlich dem schweizerischen Berufsbildungsprogramm, die insbesondere Jugendlichen mit Lernschwierigkeiten die Möglichkeit bietet, im Erwerbsleben auch ohne Matur Fuss zu fassen und sich gesellschaftlich zu integrieren. Mögliche Berufsfelder sind: Reparatur von Smartphones, 3D-Design auf Solidworks Software und 3D-Druck, Schreinerei, Schmuckherstellung und Schweissen. Die Ausbildung erfolgt in den letzten drei Jahren der obligatorischen 12jährigen Schulzeit und wird an Technischen Schulen in Tel Aviv und Jerusalem absolviert. Aus dem Jahresbericht des „Heznek“ Industrie Programms geht hervor, dass im Schuljahr 2017/18 85% der Absolventinnen und Absolventen die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und nicht wenige der Abschlussarbeiten überdies mit nationalen Preisen ausgezeichnet wurden: ein Resultat, das nicht nur die Schulleitung des Kinderdorfes in Israel, sondern auch den Verein Kiriat Yearim Schweiz mit seinem landesweiten Kreis von Gönnerinnen und Gönnern, ermutigt, auf diesem Weg weiterzugehen und das Projekt „Heznek“ auch in Zukunft zu unterstützen.

Klara Obermüller, ehemaliges Vorstandsmitglied Kiriat Yearim Schweiz