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Neue Wochenberichte von Jeanôt

Eine spannende und ereignisreiche Zeit

Es war eine spannende Woche, denn eine Gruppe jünger Menschen die sogenannten «Komuna» ist angekommen. Die Jugendlichen der «Komuna» leisten ein freiwilliges Jahr, das von der Jewish Agency unterstützt wird. Während dieser Zeit leben und arbeiten sie gemeinsam in einer Gruppe. Sie engagieren sich in sozialen Projekten und unterstützen den Alltag im Kinderdorf, zum Beispiel in der Betreuung der Kinder und Jugendlichen, bei pädagogischen Aktivitäten sowie bei praktischen Arbeiten auf dem Gelände. 

Neben ihrem Einsatz sammeln sie wichtige persönliche Erfahrungen, übernehmen Verantwortung und lernen, was gemeinschaftliches Leben und soziales Engagement bedeuten. 

Das Jahr stärkt ihre Persönlichkeit und bereitet sie auf den Armeedienst sowie auf das spätere Studium vor. Neben ihren vielen Aufgaben helfen sie auch in der Meshek, der Farm, mit. So hatte ich die Gelegenheit, sie kennenzulernen. Unter der Leitung von Tomer Raz fanden sie sich zunächst als Team zusammen – ein klassisches Teambuilding. 

Am Dienstag wurde es dann ernst: Gemeinsam mit der den Jugenlichen der «Komuna» begannen wir mit dem Bau einer Pergola. Alle starteten voller Begeisterung. Die technische Leitung hatte Rafi, der Mann für alle Fälle. Rafi und ich waren uns einig, dass alles genau ausgemessen und im richtigen Winkel sein muss. Das sorgte bei den jungen Leuten nicht gerade für große Begeisterung, wurde aber dennoch wie verlangt umgesetzt. Das Endresultat kann sich wirklich sehen lassen. Es hat mir große Freude bereitet, mit diesen jungen Menschen zusammenzuarbeiten – und ihren Reaktionen nach zu urteilen, war diese Freude gegenseitig. 

Mitte der Woche fanden wir morgens bei der Ankunft in der Meshek leider ein totes Lamm. Es war zu früh geboren worden. So traurig das auch ist – das gehört leider zur Natur. 

Zum Abschluss der Woche besuchte uns eine größere Gruppe von rund 100 jungen Menschen, die sich auf ihre Zeit in der «Komuna» im Jahr 2026 vorbereiten. Sie waren in kleine Gruppen eingeteilt, erhielten verschiedene Aufgaben und Informationen und konnten sich so ein Bild von Kiriat Yearim und der Meshek machen. Und schon war wieder Sabbat – eine weitere Woche ging zu Ende. 

Eine nasse und stürmische Woche 

Es war eine sehr nasse und stürmische Woche, weshalb es viel zu tun gab. Immer wieder stellten wir fest, dass die Tiere bei diesen starken Regenfällen und Winden nicht optimal geschützt waren. Gemeinsam mit der «Komuna» konnten wir jedoch vieles verbessern: Ein neues Dach für den Kaninchenstall wurde gebaut, verschiedene bauliche Maßnahmen sorgten dafür, dass das Wasser besser abfließen kann, und auch für mehr Ordnung wurde gesorgt. Dabei war ich sehr dankbar für die tatkräftige Unterstützung der jungen Leute – und es hat großen Spaß gemacht, alles gemeinsam zu erledigen. 

Zur Abwechslung erhielt ich eine Einladung von Netanel Weis und Amir Bernstein, gemeinsam mit weiteren interessanten Menschen zum Abendessen. Es war ein sehr gemütlicher Abend mit hervorragendem Essen. 

Durch die vielen Regenfälle war der Boden im Unterstand der Schafe völlig durchnässt. Deshalb wurden in einer gemeinsamen Aktion an einem schöneren, grünen Ort Zäune aufgestellt, sodass Schafe, Ziegen und Esel dorthin umziehen konnten. Die Tiere genossen das sehr. 

Auch das Klassenzimmer in der Meshek wurde in Angriff genommen. Leider traten unerwartete Probleme auf, sodass dieses Projekt vorerst verschoben werden musste. 

Am Mittwoch wurde ein neues Lamm geboren – sehr berührend, dies mitzuerleben. Am 31. Dezember organisierte die«Komuna» außerdem eine kleine Silvesterfeier. Es war ein schöner Jahreswechsel. Die ersten Tage im neuen Jahr verliefen ruhig und gelassen, in friedlicher Stimmung wurden die anstehenden Arbeiten erledigt. Am Samstagabend war ich zu einer Sabbatfeier bei Cobi eingeladen – ein sehr schöner und bewegender Abend. 

Eine erfolgreiche Woche mit vielen Ereignissen

Es war eine schöne und erfolgreiche Woche mit viel Abwechslung. Bereits am Sonntag wurde erneut ein Lamm geboren. Leider war das Mutterschaf nicht in der Lage, sein Junges zu ernähren. Auch der Versuch, das Mutterschaf zu melken, blieb erfolglos. So hieß es für mich, dem Lamm die ganze Woche über das Fläschchen zu geben. Anfangs war das nicht ganz einfach, doch mit Geduld und etwas Sturheit wurde es immer besser. 

Bei den anstehenden Arbeiten spielte das Wetter zum Glück mit. Dadurch konnten wir gemeinsam mit der «Komuna» sehr viel erledigen. Unter anderem wurden Äste und Gartenabfälle geschreddert und das Material anschließend im Unterstand der Schafe und Lämmer als Bodenbelag verwendet. Auch das Einzäunen ging zügig voran, sodass die Schafe frisches Gras genießen konnten. 

Das Projekt „Klassenzimmer in der Meshek“ machte ebenfalls große Fortschritte. Unter anderem wurde ein neuer Holzboden verlegt. Ein Jugendlicher und ich schnitten und montierten ihn gemeinsam. Wir beide freuten uns sehr über das Ergebnis – und besonders über die gute Zusammenarbeit. Zum Abschluss durfte natürlich ein Selfie nicht fehlen. 

Mitte der Woche bekamen wir unerwarteten Besuch von Mädchen, die sich mit viel Herz um die Tiere kümmerten. Am Donnerstag, nachdem die Tiere versorgt waren, ging es nach Jerusalem, um ein Geburtstagsgeschenk für Itai zu besorgen. Ich hatte eine klare Vorstellung, was ich kaufen wollte, doch nach vielen besuchten Geschäften wollte ich fast schon aufgeben. Zu Fuß war ich bereits Richtung Central Bus Station unterwegs, als ich an einem sehr kleinen Laden vorbeikam. Ich ging spontan hinein und fragte – und tatsächlich: Sie hatten genau das, was ich suchte, sogar gleich mit Geschenkpapier. 

Unterwegs bewunderte ich auch verschiedene Kippas, die allerdings nicht immer meinem Geschmack entsprachen. Am Donnerstag konnte man noch im T-Shirt unterwegs sein, doch am Freitag kam ein heftiger Wetterumschwung: von 23 Grad auf 11 Grad, von Sonnenschein zu sintflutartigen Regenfällen und starken Windböen. Am Sabbat beruhigte sich das Wetter etwas – also hieß es wieder: Äste und anderes wegräumen. 

Shalom und herzliche Grüße
Jeanôt